• Christoph Stelzer

Raus aus dem Franken-Kredit!


Laut Daten der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) hafteten Ende Juni 2019 noch 13,7 Milliarden Euro in Franken-Krediten an private Haushalte aus, was laut Finanzmarktaufsicht (FMA) um 11,3 Prozent weniger ist als letztes Jahr.


„Die durchschnittliche Restlaufzeit", so die FMA, "liegt bei knapp zehn Jahren, die durchschnittliche Deckungslücke bei etwa 47.000 Euro (per 31. 12. 2018). Seit dem Höhepunkt des Fremdwährungskredit- Booms 2008 hat der Schweizer Franken um 49 Prozent aufgewertet. Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheiten, wie sie derzeit vor uns liegen, sind in der Regel von starken Schwankungen der Wechselkurse begleitet. Dementsprechend ist auch weiterhin mit einer schwierigen Entwicklung im Schweizer Franken zu rechnen“, warnte FMA-Vorstand Helmut Ettl kürzlich. "Es wäre also nun ein eleganter Zeitpunkt, endlich in sichere Gewässer zu kommen. Auch die Zinsdifferenz macht kaum noch einen Unterschied wenngleich nun mit einer Umschuldung natürlich der Währungsverlust realisiert wird."


Entgegenkommen der Banken bei Franken-Krediten

Umschuldungen in länger laufende Kredite mit Fixzinsbindung machen auch hier Sinn. Es fallen die Zinserhöhungsrisken weg und eine Verlängerung der Laufzeit kann die absolute monatliche Ratenbelastung drücken. Eine andere Variante: Wenn der Kunde vom Schweizer Franken variabel in einen Euro variabel wechselt, dann bleibt in der Regel die Marge gleich. Die Bawag P.S.K. stimmt beispielsweise unter folgenden Bedingungen einer Laufzeitverlängerung zu: Einbringung von Tilgungsträgern, Umstellung auf Abstattungskredit und Konvertierung in Euro. Die maximal mögliche Laufzeit beträgt 35 Jahre. Bis zum Alter von 80 Jahren muss der Kredit jedoch vollständig zurückbezahlt sein. Dafür verzichtet die Bank auf Umstieg und Konvertierungsentgelt sowie die Bearbeitungsgebühr. Der Währungswechsel wird mit kostenloser Kursfixierung unabhängig von der Tranchenfälligkeit durchgeführt, ohne dass die Bank zusätzliche Gebühren verrechnet. Gleiches gilt bei der Easybank.


Bonitätsunabhängig werden Bawag-Bestandskunden als Fixzins 1,25 Prozent p. a. für zehn und 1,50 Prozent für 15 Jahre angeboten. Auch die Bank Austria Unicredit zeigt sich auf Nachfrage in Einzelfällen bei Konvertierung für eine Laufzeitverlängerung offen und skizziert ihr Entgegenkommen wie folgt: „Kunden können ohne Konvertierungsspesen, mit attraktiven Fixzinsangeboten zur Tilgung und ohne Pönale bei der sofortigen Tilgung des bestehenden Fremdwährungskredits unwiderruflich in Euro konvertieren.“


Auch die Erste Bank kommt umstiegswilligen Franken-Kreditnehmern entgegen: sie verzichtet auf Einhaltung der Zinsbindungsperiode (d. h. Konvertierung jederzeit möglich); Devisenprovision und Konvertierungsgebühr entfallen. Fixzinssätze sind bis zu 15 Jahre möglich, bei einem variablen Zinssatz wird die vereinbarte Marge beibehalten. Solche, die dennoch im Franken bleiben wollen, seien gewarnt: „Eine Kreditlaufzeitverlängerung in der Fremdwährung ist nicht vorgesehen“, gibt die Pressestelle der Erste Bank Auskunft, und weiter: „Der Kunde muss am Ende der Laufzeit den Kredit in den Euro konvertieren und hat dann die Möglichkeit, den noch offenen Kreditbetrag mit 60 monatlichen Raten zurückzuzahlen“. Wer das nicht schafft, sollte unbedingt vorab aktiv werden.


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