• Christoph Stelzer

Mit Zinsen sparen? Wohl nicht mit der EZB! 2 Gründe, weshalb der Nullzins bleiben wird


Aufgrund des aktuell geltenden Nullzinses auf europäischer Ebene müssen Sparer in die Röhre schauen. Denn man kann nicht - wie früher - einfach sein Geld auf das Sparbuch oder Onlinekonto legen in der Hoffnung, dass man nach ein paar Jahren einen deutlich höheren Betrag dort vorfindet.



Im Gegenteil - solange der Nullzins anhält, wird das ersparte Geld durch die Inflation verzerrt. Es erfolgt eine Entwertung der Kaufkraft. Mit anderen Worten kann man sagen: man verliert Geld.

Wer darauf hofft, in den nächsten Jahren steigende Zinsen zu sehen, sollte den Gedanken wohl lieber gleich wieder verwerfen. Es gibt mindestens zwei bedeutende Gründe, weshalb das unserer Meinung nach nicht so bald passieren wird.


Einige EU-Länder brauchen den Nullzins

Einige EU-Länder sind übermäßig verschuldet, wenn man die Staatsverschuldung in Relation zum Bruttoinlandsprodukt setzt. Darunter vor allem Südländer wie Griechenland, Italien, Portugal, Frankreich und Spanien. Griechenland führt die Pleitestaaten mit einer Verschuldungsquote von knapp 177 % an.

Sollte Griechenland, beispielsweise im Zuge der Coronakrise, die 200 % überschreiten, würde das heißen, dass Griechenland doppelt so viele Schulden hat, wie es in einem Jahr durch Waren und Dienstleistungen im Land Wert schöpft. Ziemlich viel, wie wir meinen.

Diese Staaten sind daher sehr daran interessiert, dass der Nullzins bleibt, wo er ist. Denn wenn die EZB (Europäische Zentralbank) damit anfangen würde, den Zins zu erhöhen, würden die Schuldenberge sehr schnell stark steigen, da sie ihre bisherigen Schulden dann nicht mehr „kostenlos“ finanzieren könnte.

Der Status quo sorgt also dafür, dass immer mehr Schulden zum Nulltarif aufgenommen werden können. Schade, dass man als Privatperson nicht auf die gleichen Kreditkonditionen zurückgreifen kann wie Frankreich oder andere Länder. Dieser Umstand sorgt auch für eine Vermögensumverteilung innerhalb der EU. Den österrischischen Sparer trifft es dabei mitunter am stärksten.


Insolvenzen bei Unternehmen werden vermieden

Schulden machen zum Nulltarif können allerdings nicht nur EU-Länder, sondern auch zahlreiche Unternehmen innerhalb verschiedener EU-Länder. Wenn ein Unternehmen nicht wirtschaftlich ist und es nicht schafft, nachhaltig in die Gewinnzone zu kommen, wird es früher oder später durch den Markt bereinigt. Das erfolgt beispielsweise durch mangelnde Nachfrage nach den angebotenen Produkten und später auch dadurch, dass Gläubiger nicht mehr dazu bereit sind, dem Unternehmen weiteres Geld zu leihen, da das Ausfallrisiko zu hoch ist. Abgesehen davon müssen solche Unternehmen üblicherweise entsprechend mehr Zinsen zahlen, wenn sie Geld einsammeln möchten. Schließlich muss sich das Risiko für den Gläubiger lohnen.


Durch den Nullzins verdienen Banken kaum mehr Geld mit ihrem eigentlichen Geschäftsmodell (Geld von Kunden annehmen und an andere Kunden gegen Zinsen verleihen). Sie sind also automatisch gezwungen, höhere Risiken einzugehen, um überhaupt an Umsätze zu kommen. Dazu gehört unter anderem entgegen jeglicher Regeln der freien Marktwirtschaft solchen defizitären Unternehmen Geld zu leihen - zu einem möglichst geringen Zins.


Diese sogenannten Zombieunternehmen können sich also günstig refinanzieren und weiterhin im Markt bleiben. Ohne dieses Umfeld der Nullzinsen wären die meisten dieser Unternehmen bereits in die Insolvenz abgedriftet. Sollte demnach irgendwann eine Zinserhöhung folgen, hätten diese Zombieunternehmen Schwierigkeiten, sich zu refinanzieren.

Nur leider haben bereits viele Banken diese maroden Kredite in den Büchern. Was passiert, wenn faule Kredite bei Banken implodieren, konnte man bereits in der Finanzkrise sehen. Aus unserer Sicht wird uns daher der Nullzins noch eine Zeit lang erhalten bleiben.


Alternative zum Nullzins

Als fleißiger Sparer ist man dieser fragwürdigen Fiskalpolitik also ausgesetzt. Der Nullzins sorgt dafür, dass man nicht einfach Geld auf das Sparbuch legt und nach 40 Jahren beruhigt in Pension gehen kann. Die Situation ist nicht einfach, aber es gibt durchaus Alternativen zum Nullzins.


Man kann nämlich sein Geld, oder zumindest einen Teil davon, in Aktien oder Fonds investieren. Wenn man hierbei ein paar Grundsätze beachtet und die nötige Sorgfalt walten lässt, kann das über die Jahre zu einem beträchtlichen Vermögen führen. Zudem genießen Aktien als echte Unternehmensanteile einen gewissen Inflationsschutz.

Viele Anleger sind nervös, wenn Kurse nachgeben oder sogar abstürzen. Für langfristig eingestellte Anleger kann solch ein Szenario jedoch eine großartige Einstiegs-Chance darstellen. Und sie legen damit den Grundstein für ein mögliches Vermögen mit Aktien.

Der Teufel steckt aber auch hier im Detail – wir helfen Dir gerne weiter!


Foto: © Pixabay | schuldnerhilfe

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