• Rainer Fraunschiel

Erfolgreich anlegen in Krisenzeiten



Endlich ist er da, der lang ersehnte Einbruch der wichtigsten Aktienindizes, auf den die Crash-Propheten schon seit Jahren hingearbeitet haben. Wohl oder übel ausgelöst durch die weltweite Verbreitung des Corona-Virus. Doch was steckt dahinter? Schlittern wir nun in eine jahrelange Rezession oder war die Korrektur längst überfällig?




Börsen-Crashs in der Vergangenheit

Uns wurde bereits in der Schulzeit gelehrt, aus der Geschichte zu lernen und bereits gemachte Fehler nicht zu wiederholen. In der Finanzwelt ist es nicht anders. Börsen-Crashs sind nichts Besonderes und gehören in der Entwicklung der Aktienmärkte dazu wie das Amen im Gebet.

Man nehme die jüngere Vergangenheit als Bespiel, Anfang der 2000er Jahre gab es die Dotcom-Blase. Dieser Blase vorangegangen war der Boom der neuen Technologie-Unternehmen, die wie Pilze aus dem Boden schossen und als zukunftsweisend und gewinnversprechend galten. Immer mehr Anleger drängten in diesen neuen Bereich und die Unternehmensbewertungen stiegen ins Unermessliche bis die Blase schließlich platzte. Die überlebenden Unternehmen sind heute die wertvollsten unserer Zeit. Dazu gehören Firmen wie Apple, Google oder auch Amazon.

2008 platzte dann die eine globale Finanz- und Bankenkrise verursacht durch den aufgeblähten Immobilienmarkt und mündete in der Insolvenz der Großbank Lehman Brothers. Viele Banken und Finanzdienstleister wurden danach durch Zuschüsse der Staaten gerettet und somit Schlimmeres verhindert.

Das Gemeinsame dieser Krisen und aller anderen ist, dass die Weltwirtschaft nach einiger Zeit wieder stärker und robuster als vor den Krisen hervor ging. Dies spiegelte sich auch immer wieder in den Aktienmärkten durch steigende Kurse wider.


Befinden wir uns in einem Crash?

Grundsätzlich spricht man von einem Crash, wenn die Aktienkurse um mindestens 20 % zurück gehen. Derzeit haben wir diese Marke noch nicht erreicht und befinden uns in einer Korrektur. Diese wurde ausgelöst durch den Corona-Virus und ist nach dem erfolgreich Aktienjahr 2019 (S&P 500 verzeichnete einen Anstieg von 29%) überhaupt keine Überraschung. Wir befinden uns seit 2009 in einer Hochkonjunktur.

Jedoch ist heute noch nicht absehbar, wie sich die Verbreitung des Virus weiterentwickelt und wie weit die Wirtschaft dadurch betroffen ist. Krisen, die durch politische Entscheidungen oder Epidemien verursacht wurden, sind meistens nur von kurzer Natur. Das Wachstum im Jahr 2020 wird auf jeden Fall niedriger ausfallen als prognostiziert.

Die Wirtschaft steht grundsätzlich auf gesunden Beinen und wird durch die Fiskalpolitik der Notenbanken zusätzlich gestützt. Deshalb ist anzunehmen, dass diese Krise nicht in eine jahrelange Rezession mündet und sich die Unternehmen, nachdem der Virus unter Kontrolle ist, relativ rasch davon erholen werden.


Was tun?

Durch rechtzeitige Diversifikation (Aktien, Gold, Immobilien etc.) kannst Du Dich bereits im Vorfeld auf Krisenfälle optimal vorbereiten. Insbesondere Gold gilt in diesen Phasen als sicherer Hafen. Dies spiegelt sich auch in der Wertentwicklung der letzten Monate wider.

Das wichtigste in solchen Situationen ist jedoch, Ruhe zu bewahren und keine voreiligen Entscheidungen zu treffen. Panikverkäufe erscheint vielen als der richtige Ausweg, jedoch entstehen dadurch oft Verluste und nach einiger Zeit stehen die Aktienkurse wieder dort, wo sie vor der Krise waren. Daher ist Geduld gefragt und wenn möglich mittels Sparplänen oder Einmalerlägen günstig nachzukaufen. Dadurch profitierest Du vom nächsten Boom doppelt. Jedenfalls solltest Du bei Fragen Deinen Berater kontaktieren und keine voreiligen Entschlüsse fassen.


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