• Rainer Fraunschiel

Wann ein Sparbuch noch Sinn macht

Im Zuge der Corona-Krise stieg die Sparquote von 8,3 % auf 13,4 %. Der Konsum wurde gedrosselt und es wurde aufgrund der Unsicherheiten mehr auf die hohe Kante gelegt. Ein großer Teil davon wird, trotz der anhaltenden Zinsflaute, für die sich kein Ende abzeichnet, doch wieder auf Sparbüchern landen. Ein aktueller Vergleich zeigt, dass der Zinssatz des Sparbuches im Schnitt 0,1 % beträgt.



Namenssparbuch

Bei Sparbeträgen ab € 15.000,- ist die Eröffnung eines Namenssparbuches verpflichtend. Für geringere Beträge kann es eröffnet werden, muss aber nicht. Behebungen sind nur vom legitimierten Sparbuch-Inhaber gegen Unterschrift möglich.

Die Bezeichnung eines Namenssparbuches kann lauten:

· auf den Namen des Kontoinhabers und

· auf eine Bezeichnung oder

· auf eine Nummer


Losungswortsparbuch

Das Losungswortsparbuch kann nur bei Beträgen unter € 15.000,- eröffnet werden und muss auf einen Begriff (nicht auf einen Namen) oder auf eine Nummer lauten. Es wird durch ein Losungswort gesichert. Behebungen sind durch den Inhaber gegen Vorlage des Sparbuches und Nennung des Losungswort­es möglich. Seit 1.7.2010 muss aufgrund einer Gesetzesänderung bei der Auszahlung ein amtlicher Lichtbildausweis an der Bankkassa vorgelegt werden.


Kaufkraftverlust

Da die Inflation bereits seit einiger Zeit höher als der Sparbuchzins ist, verliert Dein Geld am Sparbuch jährlich an Wert. Im Schnitt beträgt der Wertverlust 1-2 % pro Jahr. Dadurch erfährst Du in 15 Jahren einen Wertverlust von ca. 20 %. In einem langfristigen Vermögensaufbauplan hat somit ein Sparbuch unserer Meinung nach nichts zu suchen. Nichtsdestotrotz erfüllt es einen wichtigen Zweck.


Liquiditätsreserve

Für den Notgroschen bzw. um Geld kurz zu parken eignet sich das Sparbuch jedoch noch immer sehr gut. Für alle andere Zwecke gibt es jedoch Alternativen. Sieht man sich die langfristige Wertentwicklung verschiedener Anlageklassen an, kommt man zu dem Entschluss, dass das Sparbuch bereits seit längerer Zeit ein Verlustgeschäft darstellt.


Achtung bei größeren Geldsummen!

Abschließend möchten wir Dir noch einen wichtigen Tipp mitgeben: Solltest Du mehr als € 100.000,- auf einem Konto oder Sparbuch liegen haben, teile diesen Betrag unbedingt auf mehrere Banken auf. Bei der Insolvenz einer Bank sind die Spareinlagen bis €100.000,- gesichert, der Rest kommt in die Konkursmasse und es wird – wenn überhaupt – nur eine geringe Quote ausbezahlt. Der Fall der Commerzial Bank in Mattersburg hat dieses Problem leider erst vor Kurzem wieder offenbart.

Das Sparbuch ist leider kein Sondervermögen und somit nicht vor der Insolvenz einer Bank geschützt. Wie bereits in vorigen Blogposts erwähnt, helfen hier auch nur sinnvolle Diversifikation sowie Investitionen in Sachwerte (meist Sondervermögen) um Dein hart erspartes Geld zu schützen und Kaufkraft zu erhalten.


Foto: © Adobe | Daniel Fuhr

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