• Christoph Stelzer

Kosten für die Errichtung eines Eigenheims in Österreich 2020


Die tatsächlichen Kosten für die Errichtung Deines Eigenheimes sind in der Praxis von vielen Faktoren abhängig und daher kaum pauschal zu beziffern. Nachfolgend findest Du dennoch erste Richtwerte und einen Versuch, die Kosten abzustecken. Damit sollst Du ein Gespür für die Höhe der finanziellen Belastung bekommen, die so ein Hausbau mit sich bringt. 



Wenn Du ein Haus bauen möchtest, musst Du Dir von Anfang an bewusst sein, dass die Kosten der Errichtung pro m² nicht dem Verkaufspreis pro m² entsprechen. Der Verkaufspreis wird wesentlich durch die jeweilig unterschiedlichen m²-Preise der Grundstückskosten beeinflusst.


Haupt-Kosten-Faktoren

Die Kosten für die Errichtung Deines Eigenheims sind in erster Linie von folgenden Parametern abhängig:

  • Grundstückslage Es ist ganz und gar nicht egal, wo die Liegenschaft liegt. Vor allem in urbanen (also städtischen) Gegenden steigt der Preis des Grundstücks eher an. Ländlichere Gebiete sind hingegen tendenziell günstiger zu haben.

  • Haustyp Wird das Haus massiv gebaut, so verzeichnet sich auch dadurch ein deutlicher Preisanstieg. Fertigteilhäuser sind hingegen günstiger durch die entfallenden Planungskosten und die günstigeren Materialkosten, die durch das Fertigteilunternehmen ermöglicht werden können.

  • Kellerbau Einen Keller zu bauen ist nicht nur aufwendig, sondern auch kostenintensiv. Wenn Du das Budget im Rahmen halten möchtest und auf einen Keller verzichten kannst, dann kannst Du ein ebenerdiges Fundament gießen lassen.

  • Grundfläche Für jeden Quadratmeter Wohn- oder Kellerfläche fallen Material- und Arbeitskosten an. Je größer das Haus werden soll, umso höher sind die Kosten für die Errichtung.

  • Baumaterialien Qualitative Baumaterialen beweisen ihren Wert erst mit der Zeit. Wenn Du zu günstigen Alternativen greifst, musst Du mit Folgeschäden rechnen, die die Baumaterial-Kosten eines hochwertigen Materials bei der Errichtung wohl maßgeblich überschreiten werden. Ob Du am Baumaterial sparen willst, solltest Du also gut überlegen!

  • Haustechnik Herkömmliche Heizsysteme, die der Umwelt nicht unbedingt zu Gunsten kommen, sind günstig zu haben. Allerdings solltest Du bei der Auswahl auch bedenken, dass ressourcenschonende Techniken oft gefördert werden. Es ist also ratsam, sich mit diesem Thema eingehend auseinander zu setzen.

  • Anzahl der Fenster Lichtdurchflutete Räume sind wohl für jeden angehenden Hausbesitzer Voraussetzung für maximalen Wohnkomfort. Doch viele Fenster bedeuten auch eine entsprechend hohe finanzielle Belastung. Als Kompromiss könnte sich daher anbieten, zwar weniger Fenster zu verbauen, doch diese dafür umso großflächiger ausfallen zu lassen.

  • Innenausstattung Bei der Innenausstattung schlagen vor allem Bodenbeläge, Sanitäreinrichtungen, Beleuchtungssysteme und die Küchenausstattung zu Buche. Wenn Du die Gesamtkosten niedrig halten möchtest, kannst Du dies durch die Wahl von einfacher Standardeinrichtung tun.

  • Garten Auch der Außenbereich, also Garten und Terrasse, sind eine kostenintensive Sache. Es empfiehlt sich dabei, die Preise gut zu vergleichen und den Spaten auch selbst in die Hand zu nehmen. Als zukünftiger Gärtner ist es bestimmt kein Fehler, wenn Du dich auf diese Weise mit der Thematik vertraut machst.


Baunebenkosten beim Hausbau

Bei den Baunebenkosten solltest Du pauschal etwa 15 % der Gesamtkosten veranschlagen, doch auch dieser Betrag steht im direkten Zusammenhang mit folgenden Faktoren:

Kosten Rohbau pro m²

Die sogenannte Bruttogeschossfläche (BGF) ergibt sich durch die Summe aller einzelnen Geschossflächen, bemessen an deren äußeren Begrenzungen. Diese spielt bei den Kosten für den Rohbau eine erhebliche Rolle. Die Rohbaukosten solltest Du keinesfalls unterschätzen, da diese bei den ersten Erdarbeiten beginnen und erst bei der Errichtung des Dachstuhls enden. Bei einem Standard-Einfamilienhaus können die Rohbaukosten schon mal bei EUR 600 – 700/m² liegen, gehobene Standards bei etwa EUR 800/m². Im Detail kommen bei der Errichtung des Rohbaus folgende Kosten zusammen:


Kosten Innenausbau pro m²

Wenn Du dich beim Innenausbau für eine kostengünstigere Standard-Ausstattung entscheidest, kannst Du mit etwa EUR 400/m² Nutzfläche rechnen. Gehobene Ausstattungsvarianten starten dann bei ungefähr EUR 600/m². Was genau unter „Innenausbau“ fällt, und mit welchen Werten dabei zu rechnen ist, siehst Du in der folgenden Aufstellung:


Hausbaukosten pro m² - Erfahrungswerte zusammengefasst

Anhand der einzelnen Posten oben siehst Du bereits, dass eine genaue Bezifferung eines Quadratmeter-Preises eine nicht ganz so einfache Sache ist. Wir hoffen dennoch, dass wir Dir ein grobes Gefühl für die Kosten (und auch für die Problematik) bilden konnten.

Als Kreditvermittler ist dieses Themenfeld mit Sicherheit nicht unser Fachgebiet und darum möchten wir Dich auch ausdrücklich darauf hinweisen, dass es sich bei allen Werten um ungefähre Richtwerte ohne Gewähr handelt.

In unserer Funktion und Beratung sind wir häufig mit Fragen dieser Art konfrontiert, wodurch wir gewisse Erfahrungswerte mitgeben können. Diese möchten wir Dir nicht vorenthalten, auch wenn es sich dabei nur um Richtwerte ohne Gewähr handelt.


Fazit

Einer der wesentlichsten Preisunterschiede liegt im Objekttyp. Entscheidest Du Dich für eine Massiv-Bauweise, kommen auch entsprechend massive Kosten auf Dich zu. Fertigteilhäuser sind hingegen schon wesentlich preisgünstiger zu haben. Das liegt aber nicht daran, dass diese qualitativ schlechter wären, sondern schlichtweg daran, dass hier einerseits die Planungskosten entfallen, da die Häuser bereits fertig geplant sind. Andererseits liegt dies an den Materialkosten. Diese fallen bei Fertigteilhäusern wesentlich günstiger aus, da die Hersteller der Fertighäuser die notwendigen Materialen in entsprechend großer Menge – und dadurch entsprechend günstiger – beziehen können.


Foto: © Pixabay | Peggy_Marco

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