• Christoph Stelzer

Finanzierung: 6 häufige Fehler, die du vermeiden kannst

Die Entscheidung ist gefallen: Dein Traumhaus soll gekauft werden und der Kredit wurde bewilligt. Auch nachdem alle Haushaltsausgaben und die Kreditrate abgezogen wurden, steht dir genug Geld zur Verfügung. Wenn alles gut geht, ist man beispielsweise nach 25 Jahren komplett schuldenfrei und das Haus gehört dann nicht mehr der Bank, sondern wirklich dir.


Bis es soweit ist, kann jedoch eine Menge schiefgehen. Vor allem, wenn folgende Fehler passieren:


Fehler #1: Die Eigenleistung wurde überschätzt

Wer neu baut oder eine Immobilie kauft, plant oftmals gewisse Eigenleistungen ein. Das Parkett? Kann ich doch selbst verlegen! Die Fliesen in der Küche? Die legt mir ein Freund an die Wand! Jeder weiß: Handwerker können richtig teuer werden. Dieses Geld wird in vielen Fällen lieber an anderer Stelle eingeplant. Kommt es plötzlich zu unvorhergesehenen Komplikationen, muss eventuell doch eine Firma anrücken. Das kostet Geld, das man für diesen Fall nicht eingeplant hat, da du keinen finanziellen Puffer berücksichtigt hast.


Fehler #2: Das Eigenkapital ist zu gering

100-Prozent-Finanzierung? Bitte nicht beim Hauskauf! Für diesen sollten rund 20 Prozent Eigenkapital im Sparstrumpf sein. Logisch: Wer so viel wie möglich aus eigener Tasche zahlen kann, muss nicht so einen großen Kredit aufnehmen. Somit verkürzt sich die Tilgungsphase und du als Kreditnehmer zahlst weniger Zinsen an die Bank.



Fehler #3: Die Berechnung der Kosten ist zu knapp

Nie geht alles glatt. Gerade bei Bauvorhaben passiert es schnell, dass plötzlich mehr Geld ausgegeben werden muss als gedacht. Aus diesem Grund empfehlen wir, von vornherein Mehrkosten von zehn bis fünfzehn Prozent einzuplanen. Geht ausnahmsweise mal doch nichts schief, ist die Freude umso größer.


Fehler #4: Sanierungsrücklagen werden nicht eingeplant

Was in der Anfangseuphorie oft vergessen wird: Damit man viel Freude an der eignen Immobilie hat, sollte ab und zu renoviert oder sogar saniert werden. In vielen Fällen laufen Kredite über 20, 30 oder sogar 40 Jahre. Dass bereits während dieser Zeit etwas nachgebessert werden muss, ist nicht unwahrscheinlich. Wer bereits zu kämpfen hat, die monatlichen Raten aufzubringen, wird es kaum schaffen, auch noch eine Sanierung vorzunehmen. Soll das Haus oder die Wohnung eventuell später weiterverkauft oder -gegeben werden, ist dies allerdings essenziell.



Christoph Stelzer im Gespräch zu den häufigen Fehlern bei der Finanzierung

Fehler #5: Die Nebenkosten wurden nicht bedacht

Wenn das Darlehen bewilligt ist, berechnen Banken eine Bearbeitungsgebühr. Wer das übersieht, kann am Ende von einem höheren Kredit (bzw. einer höheren Kreditrate) überrascht werden. Zusätzlich sollten bereits im Vorhinein die Kosten für den Immobilienmakler, den Notar und das Finanzamt (Grunderwerbssteuer und Eintragung ins Grundbuch) im Hinterkopf behalten werden.


Fehler #6: Die Familie ist nicht genügend abgesichert

Niemand denkt gern darüber nach, doch sollte das typische „Was wäre, wenn…“ Szenario immer im Hinterkopf behalten werden. Wird dein Partner oder deine Partnerin krank, verliert den Job oder stirbt sogar, kann die Finanzierung eventuell nicht weiterlaufen, da einer allein die Kreditrate oft nicht bedienen kann. Im schlimmsten Fall muss die Immobilie dann Zwangsversteigert werden. Für solche Fälle sollte rechtzeitig eine Berufsunfähigkeits- und Risikoablebensversicherung bzw. auch eine Unfallversicherung abgeschlossen werden.

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